Biketour in die Berge – Basalrate zu hoch eingestellt

Nachdem ich jetzt zwei Monate lang sportmäßig ziemlich abstinent war, haben meine Nachbarin und ich am Wochenende das gute Wetter genutzt und eine Biketour in die Berge gemacht. Da ich die Strecke schon einmal gefahren bin, wusste ich ungefähr was ich an Extra-Sport-Broteinheiten brauchen würde. Gestartet bin ich mit einem Wert von 220mg/dl, hab aber dann nicht angepaßt. Meine Insulinpumpe habe ich auf Anraten meiner Ärztin beim Sport dann dran gelassen, eine zeitlang hatte ich sie beim Sport immer abgenommen. Die Basalrate habe ich auch normal laufen lassen. Im Nachhinein habe ich aber gemerkt, dass ich diese gut um ein paar Prozenzt hätte herab setzen sollen.
Innerhalb der ersten 1,5 Stunden der Tour habe ich 4 BE in Form eines Isodrinks zu mir genommen. Zwischendurch gabs noch ein Stück Kuchen auf der Alm, fälschlicherweise habe ich dafür auch noch einen kleinen Bolus abgeben, hätte ich mir sparen können!

Hier meine Werte während der Tour:

9.30 Uhr: 223mg/dl
10.30 Uhr: 150 +4BE Isodrink über 1,5 Stunden verteilt
12.30 Uhr: 109 –>Bolus für 2BE
13.00 Uhr: 136
13.45 Uhr: 68 +2BE
15.00 Uhr: 50 +2BE
16.00 Uhr: 46 +2BE

Ich denke, dass ich beim nächsten mal auf jeden Fall die Basalrate senken werde. Ständig beim Sport zwischendurch essen macht ja auch keinen Sinn.

Eure Ilka
Biketour in die Berge - Basalrate zu hoch eingestellt
© Ilka G.


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4 Responses to “Biketour in die Berge – Basalrate zu hoch eingestellt”

  1. Dr. Matthias Riedl sagt:

    Hallo,

    das ist ein gutes Beispiel für den Umgang mit ungewohnter sportlicher Belastung:
    Gerade eine mehrstündige sportliche Belastung sollte immer mit einer Reduzierung der Basalrate einhergehen. Start mit 10 – 20 % je nachdem wie stark und wie untrainiert man für diese Belastung ist.

    Leicht erhöhte Werte sind zu Anfang ok, hierbei sollte man aber darauf achten möglichst nicht 220 mg/dl zu überschreiten. Hier droht, wenn die Basisversorgung nicht optimal ist (evtl. Basislücke?) das Risiko für eine Ketoacidose.

    Die Dokumentation der Werte und ein Gespräch mit dem Diabetologen hinterher sind meist sehr aufschlussreich.

    Viel Spaß beim Sport.

    Dr. Matthias Riedl (medicum Hamburg)

  2. Ilka G. sagt:

    hallo dr. riedl,

    vielen dank für ihren kommentar. blutzucker und sport ist immer noch mein kleines sorgenkind. früher habe ich beim sport meine pumpe immer komplett abgenommen. während der sportlichen betätigung war auch immer alles ok, allerdings hatte ich nach dem sport (1-2 stunden danach) dann immer einen rasanten bz anstieg, werte bis 400mg/dl mit keton im urin. bin dann dazu übergegangen die pumpe mit gesenkter basalrate dran zu lasse. werte beim sport wieder ok, danach wieder ein bz anstieg, allerdings nicht mehr so extrem. keton aber trotzdem vorhanden.

  3. Ilka G. sagt:

    zusatz:
    im moment mache ich es so, dass ich die pumpe mit normaler basalrate laufen lasse (sport nicht länger als eine stunde, z.b.eim joggen). die werte sind jetzt beim und nach dem sport völlig in ordnung, allerdings habe ich immer noch erhöhte ketonwerte nach dem joggen, manchmal bis in den nächsten tag hinein.

  4. Dr. Matthias Riedl sagt:

    Hallo Ilka,

    ja, es ist ein Balanceakt zwischen Basalratenreduktion beim Sport und Keto-Neigung. Wenn nach dem Sport ein Bz-Anstieg auftaucht, kann es sein, der auch noch von Ketonen begleitet ist. Kann es sein, dass die Dosisreduktion zu stark ausgeprägt war? Ich würde weiter in dieser Richtung experimentieren. Weniger senken, messen und evtl. eine Sport-BE – bis es passt.
    Es kann aber auch sein, dass es so genau nicht hinzubekommen ist!

    Viele Grüße

    Dr. Riedl (medicum Hamburg)

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