Diabetes und Führerschein...
abgelegt im Archiv Recht und Soziales am 10.03.09
...und der Kampf mit den Behörden
Ich gebe zu, ich war damals ein Hirsch! Denn als ich meinen Führerschein gemacht habe, habe ich dummerweise angegeben, dass ich Diabetiker bin. Wie es dazu kam, das weiß ich selbst nicht mehr. Es war auf jeden Fall ein Fehler.
Und seit diesem Tag habe ich die netten Herren von der Verkehrsbehörde, bzw. Führerscheinstelle an der Backe, und die wird man so schnell nicht wieder los! Seit ich bei denen in den Akten stehe, fordern die jährlich ein augenärztliches Attest und ein Attest vom Diabetologen bei mir an, welche ich selbstverständlich aus eigener Tasche zahlen muss! In dem Attest muss mein Arzt dann bestätigen, dass ich auf Grund des Diabetes trotzdem in der Lage bin ein Auto zu fahren.
Einmal hab ich den Termin zur Abgabe versäumt und musste mich mit einem netten Herrn der Ortspolizeibehörde auseinander setzen, der meinte er hätte Ahnung von dem was er da redet. Besagter Beamter hat mir doch tatsächlich erzählt, dass er einem anderen Diabetiker den Führerschein entzogen hat, weil dieser ja einen Hba1c von 9,0%! Ein Arzt hatte ihm gesagt, dass nur Werte zwischen 6,5% und 7,5 ok seien. Hallo????? Ich bin echt fast durch den Hörer gerauscht. Hab ihn gleich gefragt, ob er überhaupt weiß was Hba1c bedeutet und durch welche Faktoren dieser beeinflusst werden kann. Wußte er natürlich nicht, sondern hat sich einfach darauf berufen was besagter Arzt ihm erzählt hat.

Photo courtesy of iStockphoto, Image# 740758
Seit diesem Gespräch hat meine damalige Diabetologin den Hba1c gar nicht mehr im Attest erwähnt sondern nur noch geschrieben das ich gut eingestellt bin und ein Attest nur noch alle 2-3 Jahre erforderlich sei. Daaaaaanke!!!!!!
Also ich dann vor 4 Jahren nach Bayern gezogen bin, wollte die Behörde anfangs zwar auch ein Attest haben, hab seit dem aber nichts mehr von denen gehört! Offenbar wird das von Bundesland zu Bundesland anders gehandhabt. Selbst meine Augenärztin meinte, dass sie zwar viele diabetische Patienten habe, aber noch nie ein Attest für die Führerscheinstelle ausstellen musste.
Besonders ärgerlich macht mich diese Spitzfindigkeit der Behörden, wenn man mal bedenkt, dass Alkoholiker, Drogenabhängige u.s.w sich offenbar unkontrolliert ans Steuer setzten dürfen. Typisch deutsche Bürokratie. Und drunter leiden müssen immer die Falschen!
Die Verkehrsstatistiken über Unfallshäufigkeit und Unfallursachen zeigen es seit langem und auch neuere Analysen aus den USA, Europa und Deutschland lassen erkennen, dass die Unfallhäufigkeit bei Menschen mit Diabetes gegenüber der Allgemeinbevölkerung nicht erhöht ist!!!
Ilka
Die Verkehrsstatistiken über Unfallshäufigkeit und Unfallursachen zeigen es seit langem und auch neuere Analysen aus den USA, Europa und Deutschland lassen erkennen, dass die Unfallhäufigkeit bei Menschen mit Diabetes gegenüber der Allgemeinbevölkerung nicht erhöht ist!!!
Permalink: Diabetes und Führerschein...
Tags: Diabetes Führerschein Diabetologe Augenarzt Attest Verkehrsbehörde
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Kommentar von:
Lars
(10.03.09 9:38 Uhr)
Kommentar von:
Flo
(11.03.09 0:49 Uhr)
Ich bin auch seit 6 Jahren Typ-1 Diabetiker und habe vor einem halben Jahr meinen Führerschein gemacht, natürlich genau den gleichen Fehler gemacht -> auf der Behörde angegeben das ich Diabetiker bin, naja brauchte dann nen Zettel vom Arzt das alles OK ist und das war bis jetzt alles - zum Glück, hab aber auch nen HbA1c von 6,5 also hab ich da eigentlich keine Bedenken =)
LG
Flo
P.S. Ich wohne in Thüringen.
LG
Flo
P.S. Ich wohne in Thüringen.
Kommentar von:
Dennis
(11.03.09 8:02 Uhr)
Hallo,
das ist schon hart was der Beamte da erzählt hat. Auch ich muss jedes Jahr einen Attest vom Diabetologen einreichen. Der schreibt aber glücklicherweise immer das meine Augenuntersuchungen I.O. sind (hat ja auch die Ergebnisse vom Augenarzt). Damit sind die in NRW zufrieden.
Gruß, Dennis
das ist schon hart was der Beamte da erzählt hat. Auch ich muss jedes Jahr einen Attest vom Diabetologen einreichen. Der schreibt aber glücklicherweise immer das meine Augenuntersuchungen I.O. sind (hat ja auch die Ergebnisse vom Augenarzt). Damit sind die in NRW zufrieden.
Gruß, Dennis
Kommentar von:
Ilka
(11.03.09 9:32 Uhr)
ja, aber ich finde diese ganze rennerei nervt und man muss es auch noch bezahlen dafür. aber zum glück hab ich das jetzt nicht mehr...hoffe das bleibt auch so :-)
Kommentar von:
Hans Harald Hansen
(29.04.10 15:46 Uhr)
Ich verlor als Diabetiker im Jan. d.J. meinen Führerschein. Ich bekam in einer Nürnberger Pension in der Nacht mein Bewußtsein. Dabei scheine ich um Hilfe gerufen zu haben. Der Nachbar rief die Polizei. In der Zwischenzeit hatte ich kurz mein Bewusstsein wiedergefunden und Zucker eingenommen. Als die Beamten mein Zimmer betraten war ich noch etwas vewirrt. Unter Zwang wurde ich ins Nürnberger Klinikm gebracht. Die Ärzte dort kontrollierten meinen Blutzucke. Als dieser in Ordnung war, sagte der Arzt zu mir, dass ich wahrscheinlich Alzheimer habe. Als er mir sagte, dass ich am nächsten Tag daraufhin untersucht werden muss, verließ ich das Krankenhaus. Das Klinikum machte eine Meldung an die Führerscheinstelle. Nun muss ich am 5.5. einen psychologischen Test bestehen, ehe ich den Führerschein wiederbekomme. Ich bin selbstständig und konnte nun seit einem 4 Monaten meinen Geschäften nicht mehr nachkommen, bin jetzt pleite und musste nun HartzIV beantragen. Verlor durch unsere in Diabetes gu ausgebideten Mediziner nun meine Existenzgrundlage. Mir ist´bisher ein Schaden von über 25 Tausend Euro entstanden. Nun darf ich auch noch die psychiatrische Untersuchung zahlen.
Kosten für die Untersuchung: 368,00 Euro + MwSt.
Kosten für den Führerscheinentzug 180,00 Euro
Allgemeine Amtskosten 48,00 Euro
Umsatzentgang, ich bin Personaltrainer zirka 45 Tausend Euro.
Als ich damals in den Schuldienst wollte, wurde mein Berufswunsch aufgrund meines Diabetes, den ich 1963 bekam, von der Landesregierung Hessen versagt.
Diabetiker werden in Deutschland massiv diskriminert. Spricht man darauf Medien an, so wird man abgeblockt.
Ich bin neben Personaltrainer (Kommunikationstrainer) auch Autor mehrer Fachbücher in Sprache und Wirtschaft. Will nun, da ich jetzt arbeitslos gemacht wurde, demnächst ein Buch herausbringen, dass sich mit diesem Thema beschäftigt.
Kosten für die Untersuchung: 368,00 Euro + MwSt.
Kosten für den Führerscheinentzug 180,00 Euro
Allgemeine Amtskosten 48,00 Euro
Umsatzentgang, ich bin Personaltrainer zirka 45 Tausend Euro.
Als ich damals in den Schuldienst wollte, wurde mein Berufswunsch aufgrund meines Diabetes, den ich 1963 bekam, von der Landesregierung Hessen versagt.
Diabetiker werden in Deutschland massiv diskriminert. Spricht man darauf Medien an, so wird man abgeblockt.
Ich bin neben Personaltrainer (Kommunikationstrainer) auch Autor mehrer Fachbücher in Sprache und Wirtschaft. Will nun, da ich jetzt arbeitslos gemacht wurde, demnächst ein Buch herausbringen, dass sich mit diesem Thema beschäftigt.
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Ich hab vor ca einen Monat in einer Zeitung (weiss leider nicht mehr welche) sogar einen Artikel gefunden in dem stand das Diabetiker die besseren (mit weniger Unfällen als der durchschnitt) Autfahrer währen!!!