Diabetiker wird Fahrerlaubnis entzogen
abgelegt im Archiv Recht und Soziales am 09.12.09
Aus einem aktuellen Urteil des Verwaltungsgerichts Mainz geht hervor, dass einem Diabetiker, der häufig Unfälle auf Grund von Unterzuckerungen verursacht hatte, die Fahrerlaubnis bis auf weiteres entzogen wurde.
In diesem aktuellen Fall wurde die Klage des Diabetikers abgewiesen, mit der Begründung dem betroffenen Diabetiker fehle derzeit die Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs.
Die Fahrerlaubnis könne ihm erst nach einer Diabetesschulung und einer dokumentierten Blutzuckereinstellung unter Auflagen (!!!) wieder zugeteilt werden.
Das Thema Fahrelaubnis und Diabetes regt mich immer wieder auf. Klar, sich mit einer Unterzuckerung hinters Steuer zu setzen ist mehr als gefährlich, keine Frage. Und ich bezweifele, dass dies ein Diabetiker tun würde.
Aber Unterzuckerungen am Steuer können eben so schnell und unpassend auftreten wie Schwindel oder Kreislaufprobleme bei gesunden Menschen. Wird denen dann auch gleich der Führerschein abgenommen? Nein!
Gerade gestern habe ich mit einem Freund (auch Diabetiker) über dieses Thema gesprochen. Er hat nämlich Post von der Verkehrsbehörde bekommen mit dem Betreff: Entzug der Fahrerlaubnis.
Aus welchem Grund? Aus einem lächerlichen Grund: er hatte den Abgabetermin für das regelmäßige ärztliche Attest und Augenarztbefund um ein paar Tage überschritten.
Am gleichen Tag erfahre ich von einer Kollegin, dass sich ihr Großvater mit knapp 90 Jahren mit zitterigen Beinen und einem Reaktionsvermögen welches gegen Null geht, sich regelmäßig hinters Steuer setzt.
WO BLEIBT DA DIE GERECHTIGKEIT????
Ilka

© Toni_V
Permalink: Diabetiker wird Fahrerlaubnis entzogen
Tags: Diabetes Fahrerlaubnis Führerschein Verkehrsbehörde Diabetiker Urteil Unterzuckerung
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Kommentar von:
dieter
(10.12.09 12:41 Uhr)
Kommentar von:
Ilka
(10.12.09 14:00 Uhr)
hallo dieter!
danke für deinen ehrlichen kommentar.
und ich kann deine meinung auch ein wenig verstehen. nur leider ist es so, dass der blutzucker vor der fahrt völlig ok sein kann und sich während der fahrt eine unterzuckerung entwickelt. bei jedem diabetiker macht sich das anders bemerkbar, der eine merkt es frühzeitig, der andere recht spät, im schlimmsten fall zu spät. heißt, eine hypo kann sich eben so schnell bemerkbar machen wie kreislauf, schwindel oder übelkeit bei gesunden menschen. mit dem unterschied dass die ihren führerschein im falle eines unfalls behalten dürfen. und es ist in mehreren studien nachgewiesen, dass diabetiker NICHT häufiger in Unfälle verwickelt als gesunde menschen.
"Die Verkehrsstatistiken über Unfallshäufigkeit und Unfallursachen zeigen es seit langem und auch neuere Analysen aus den USA, Europa und Deutschland lassen erkennen, dass die Unfallhäufigkeit bei Menschen mit Diabetes gegenüber der Allgemeinbevölkerung nicht erhöht ist!!!"
aber was ist mit den anderen kranken leuten die sich trotz medikamenten hinters steuer setzen, alkoholikern, drogenabhängigen, alte leute????
klar, in dem aktuellen urteil ist es ein wiederholungstäter und das urteil ist unter bestimmten gesichtspunkten gerecht.
aber, ist er typ1 oder typ2 diabetiker??? da wären wir nämlich schon beim nächsten thema. typ2er bekommen nämlich pro quartal maximal 100 teststreifen verschrieben, eine menge die vorn und hinten nicht reicht. lass ihn pro tag 10x in sein auto steigen, dann sind die teststreifen in 10 tagen verbraucht, die eigentlich 3 monate reichen sollten!!! vielleicht sollte der gesetzgeber sich darüber mal gedanken machen, sich mit den kassen auseiander setzen.
ich hoffe du verstehtst auch ein wenig meinen frust!
danke für deinen ehrlichen kommentar.
und ich kann deine meinung auch ein wenig verstehen. nur leider ist es so, dass der blutzucker vor der fahrt völlig ok sein kann und sich während der fahrt eine unterzuckerung entwickelt. bei jedem diabetiker macht sich das anders bemerkbar, der eine merkt es frühzeitig, der andere recht spät, im schlimmsten fall zu spät. heißt, eine hypo kann sich eben so schnell bemerkbar machen wie kreislauf, schwindel oder übelkeit bei gesunden menschen. mit dem unterschied dass die ihren führerschein im falle eines unfalls behalten dürfen. und es ist in mehreren studien nachgewiesen, dass diabetiker NICHT häufiger in Unfälle verwickelt als gesunde menschen.
"Die Verkehrsstatistiken über Unfallshäufigkeit und Unfallursachen zeigen es seit langem und auch neuere Analysen aus den USA, Europa und Deutschland lassen erkennen, dass die Unfallhäufigkeit bei Menschen mit Diabetes gegenüber der Allgemeinbevölkerung nicht erhöht ist!!!"
aber was ist mit den anderen kranken leuten die sich trotz medikamenten hinters steuer setzen, alkoholikern, drogenabhängigen, alte leute????
klar, in dem aktuellen urteil ist es ein wiederholungstäter und das urteil ist unter bestimmten gesichtspunkten gerecht.
aber, ist er typ1 oder typ2 diabetiker??? da wären wir nämlich schon beim nächsten thema. typ2er bekommen nämlich pro quartal maximal 100 teststreifen verschrieben, eine menge die vorn und hinten nicht reicht. lass ihn pro tag 10x in sein auto steigen, dann sind die teststreifen in 10 tagen verbraucht, die eigentlich 3 monate reichen sollten!!! vielleicht sollte der gesetzgeber sich darüber mal gedanken machen, sich mit den kassen auseiander setzen.
ich hoffe du verstehtst auch ein wenig meinen frust!
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Du regst dich drüber auf? denk mal drüber nach! was ist wenn so eine person eins deiner kinder irgendwann mal totfährt, NUR weil er sein zucker nicht vorher geprüft hat! für mich ist das eine sache von faulheit und unvernunft! das sowas hart bestraft wird finde ich absolut legitim! die deutsche rechtssprechung hat sich sicherich nicht bei allen gesetzen was gedacht, aber in den meisten fällen steckt schon eine überlegung dahinter!
und in unserem jetzigen zeitalter, einer immer schnelleren und kompakteren welt, sollte man sowas absolut berücksichtigen!
mfg